Artikel zum Thema »TUBUK unterwegs«

Andere Bücher braucht das Land!

Montag, Dezember 5th, 2011

Jedes Jahr im November kann man im Münchner Literaturhaus die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen entdecken. Wir waren dieses Jahr auch wieder dabei und hatten jede Menge Lesestoff im Gepäck.

  

(Fotos: Norsin Tancik)

Vielen Dank an alle Besucher, die wir persönlich kennen lernen konnten. Es hat sehr viel Spaß gemacht – und das Literaturhaus bot mal wieder eine spektakuläre Aussicht. Wer nicht vorbeikommen konnte, findet alle Bücher natürlich jederzeit online bei TUBUK »

Medienpolyvalenz und Kirschkernhagel

Sonntag, Mai 29th, 2011

Der Prosanova-Festival-Bericht (II)

Dann das Wochenende: Wolken und Wind, trotzdem sommerliche Leseinseln. Elefantenrunde, Fadenspiele und die Wacht am Totengrund.

Wer sich aus dem Schlafsack schält, kann was erleben: Zum Beispiel eine Diskussion über Medienpolyvalenz und den Autorbegriff in der Frühstücksrunde mit Christian Schärf. Wem das zu theoretisch ist, der schläft aus und trifft sich bei der Insellesung wieder mit Prosanova-Autoren Andreas Stichmann, Sebastian Polmans, Konstantin Ames und vielen mehr auf der Wiese hinter der Kaserne.

Auf der Elefantenrunde zum aktuellen Stand der Lesung im Literaturbetrieb wurden sich Stephan Porombka, Thomas Böhm und Jörg Albrechtn nicht recht einig: Ist Prosanova die Zukunft der Lesung? Oder multimedial inszeniert und durchchoreographierte Literatur nur eine Anwendungsart unter vielen? Eine voreilige Bilanz war vielleicht das Ziel, Konsens wurde nicht gefunden. Was aber auch gar nicht so schlimm ist.

Vor dem zunehmenden Wind sodann die Flucht nach vorne zum Fadenspiel: Lino Wirag erstellte als Zeremonienmeister in wortsinnig aufgeheizter Atmosphäre einen assoziativen Textkörper, der von Uljana Wolf und Hendrik Jackson alsdann durch Kürzung in ein Gedicht verwandelt werden mussste: »auf dem waschbenn/kirschkernhagel« war nur eines von vielen komplex-surrealen Bildern, die sich auf diese Weise ergaben. Dann hastig zur zweiten Dunkellesung, diesmal mit Dieter M. Gräf, der mit derb-politischen Gedichten überraschte.

Und die dritte Hauptveranstaltung, »Wacht am Totengrund«, kann man wohl am besten bildlich wiedergeben:

Mehr Bilder von der Prosanova 2011 gibt’s in der Fotostrecke:

Vor dem Behördengang: Sie werden Ihrer Lesung zugewiesen!

Im Behördengang: Hendrik Jackson…

…Leif Randt…

… und Svenja Leiber!

Lieblingsbücher in der Leselounge

Der Poetree mit selbstgeschriebenen Schreibmaschinentexten

Christian Fillips, Elke Erb und Bo Wiget klären Haushaltsfragen

Lino Wirag sammelt Assoziationen für das Fadenspiel

… und setzt Hendrik Jackson und Uljana Wolf darauf an. Keks, Alter, Keks!

Von großen Nasen und weißen Pferden

Freitag, Mai 27th, 2011

Der Prosanova-Festival-Bericht

Und dann kam der Regen doch: Stand Freitag abend, 20 Uhr sind die Wiesen an der Mackensen-Kaserne durchnäßt.

Aber die junge Literatur glüht: Nach einer durchwachsenen Gegenschuss-Lesung, bei der nach einem internen Teilnehmer-Disput weder Yevgenij Breyger, Rick Reuther, Daniela Seel, Kevin Kuhn, Judith Keller noch Andy Strauß den Prosanova-Pinguin gewannen, ging dieser an den Mann mit der größten Nase Hildesheims. Gefeiert wurde trotzdem, was das Zeug hielt.

Dann der Festival-Freitag: Von einem Vortrag über die Kulturgeschichte der Scheiße zum Frühstück über Behördengänge und die langersehnte Dreierlesung ohne Clemens J. Setz, der krankheitsbedingt ausfiel, zu einer packenden Dunkellesung mit Guy Helmiger, die dieser mit Grabesstimme beendete: Es werde Licht!

Zwischen Festival-Zentrale, Panthergebäude, Pinguinkomplex und einem mysteriösen Schlafzelt ist Vollzeit-Rush-Hour: Autoren, Kritiker, Kulturwissenschafts-Studenten und zwischendurch ein weißes Pferd verwandeln Hildesheim in einen Taubenschlag der Literaturszene. Und das ist erst die Hälfte – Samstag und Sonntag kommen ja erst noch! Wir bleiben dran.

PROSANOVA 2011

Mittwoch, Mai 25th, 2011

PROSANOVA! Das Festival für junge Literatur geht in die dritte Runde: Auf dem Gelände der Mackensen-Kaserne jagt von 26.-29. Mai eine Lesung die andere.

Hier findest du eine kleine Orientierungshilfe mit Tipps auf der TUBUK-Redaktion: Mit der Gegenschuss-Lesung (Yevgeniy Breyger, Tobias Hülswitt, Judith Keller, Rick Reuther, Daniela Seel, Andy Strauß und Johannes Weinberger) wird am Donnerstag abend bis spät in die Nacht gelesen und performt. Am Freitag kannst du dich zum Behördengang bei Hendrick Jackson, Svenja Leiber und Leif Randt melden. AUßerdem gibt’s Dunkellesungen, Fadenspiele und ein Derby der deutschen Autorennationalmannschaft!

Wir empfehlen in eigener Sache besonders Annika Scheffel, die neue Texte präsentieren wird. Einen waschechten Preisträger gibt es mit Clemens J. Setz zu erleben, der dieses Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse abgeräumt hat. Und Lino Wirag hat die Fäden in der Hand, wenn Andre Rudolph und Uljana Wolf gegeneinander anlesen.

Alle Termine, Eintrittskarten und Anfahrt findest du auf prosanova.net.

Ach ja: Ganz besonders freuen wir uns auf die druckfrische Ausgabe der BELLA triste! die Nummer 30 erscheint direkt auf dem PROSANOVA-Festivalgelände.