
Der Prosanova-Festival-Bericht (II)
Dann das Wochenende: Wolken und Wind, trotzdem sommerliche Leseinseln. Elefantenrunde, Fadenspiele und die Wacht am Totengrund.
Wer sich aus dem Schlafsack schält, kann was erleben: Zum Beispiel eine Diskussion über Medienpolyvalenz und den Autorbegriff in der Frühstücksrunde mit Christian Schärf. Wem das zu theoretisch ist, der schläft aus und trifft sich bei der Insellesung wieder mit Prosanova-Autoren Andreas Stichmann, Sebastian Polmans, Konstantin Ames und vielen mehr auf der Wiese hinter der Kaserne.
Auf der Elefantenrunde zum aktuellen Stand der Lesung im Literaturbetrieb wurden sich Stephan Porombka, Thomas Böhm und Jörg Albrechtn nicht recht einig: Ist Prosanova die Zukunft der Lesung? Oder multimedial inszeniert und durchchoreographierte Literatur nur eine Anwendungsart unter vielen? Eine voreilige Bilanz war vielleicht das Ziel, Konsens wurde nicht gefunden. Was aber auch gar nicht so schlimm ist.
Vor dem zunehmenden Wind sodann die Flucht nach vorne zum Fadenspiel: Lino Wirag erstellte als Zeremonienmeister in wortsinnig aufgeheizter Atmosphäre einen assoziativen Textkörper, der von Uljana Wolf und Hendrik Jackson alsdann durch Kürzung in ein Gedicht verwandelt werden mussste: »auf dem waschbenn/kirschkernhagel« war nur eines von vielen komplex-surrealen Bildern, die sich auf diese Weise ergaben. Dann hastig zur zweiten Dunkellesung, diesmal mit Dieter M. Gräf, der mit derb-politischen Gedichten überraschte.
Und die dritte Hauptveranstaltung, »Wacht am Totengrund«, kann man wohl am besten bildlich wiedergeben:

Mehr Bilder von der Prosanova 2011 gibt’s in der Fotostrecke:

Vor dem Behördengang: Sie werden Ihrer Lesung zugewiesen!

Im Behördengang: Hendrik Jackson…

…Leif Randt…

… und Svenja Leiber!

Lieblingsbücher in der Leselounge

Der Poetree mit selbstgeschriebenen Schreibmaschinentexten

Christian Fillips, Elke Erb und Bo Wiget klären Haushaltsfragen

Lino Wirag sammelt Assoziationen für das Fadenspiel…

… und setzt Hendrik Jackson und Uljana Wolf darauf an. Keks, Alter, Keks!
